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Radtouren auf Mallorca http://www.rennradsattel-sattelmax.de

Ostküste

Seit mehr als 20 Jahren flüchte ich gegen Ende des Winters nach Mallorca, um dort das Klima und die herrliche Landschaft auf dem Rennrad zu genießen. Der Winter hier im Norden ist einfach zu lang, und ich brauche Licht und Sonne, sonst vegetiere ich nur. In den ersten Jahren fuhr ich abwechselnd an die Ost- und die Westküste, wobei der Wellnessfaktor im Westen mangels flacher Strecken geringer war. Da gings wirklich nur auf und runter. Aber ich war noch ein paar Jahre jünger und kam ganz gut zurecht in den Bergen.

Ermita de Betlem

Ermita de Betlem

Inzwischen hab ich ein preiswertes Hotel entdeckt, in dem ich mein Rennrad ganzjährig im Keller lassen kann. Keinen Stress mehr beim Transport im Flieger bzw. beim Transfer. Herrlich! Und der Standort gefällt mir ebenfalls, ein kleines Kaff (S’Illot) zwischen Cala Müller (Millor) und Porto Cristo. Die Nähe zu Cala Millor ist praktisch, weil es dort die nötige Infrastruktur gibt. Ansonsten mache ich einen großen Bogen um die gesamte Küste und strample immer landeinwärts. Es gibt Standardtouren, die sich bewährt haben. Eine meiner Lieblingsstrecken, die ich aber nur bei schönem Wetter mache, geht rauf nach Arta und von dort zur Ermita de Betlem. Die Landschaft ist unbeschreiblich und entschädigt für die Fleißarbeit auf den letzten vier oder fünf Kilometern.

Porto Cristo

Porto Cristo

Oben am “Pass” angekommen wird eine Pause eingelegt, auf der anderen Seite runter bis zur Ermita bin ich schon lange nicht mehr gefahren. Auf dem Rückweg müssen nur die Hände arbeiten. Da heißt es permanent bremsen. Und ab und zu anhalten zum fotografieren, weil der Blick auf die Landschaft wirklich unbeschreiblich schön ist. Ab und zu laufen Schafe auf der Strecke, ansonsten ist nach wie vor zum Glück relativ wenig Verkehr auf dem engen Sträßchen. San Salvador ist auch ein Ziel, das ich aber seit ein paar Jahren gemieden habe. Es lohnt sich nur bei schönem Wetter, weil man oben angekommen eine traumhafte Rundumsicht auf die Insel hat. Aber erst mal raufkommen! Hier gibt’s leider keine betörende Landschaft, die dich von der Quälerei ablenkt. Hier muss ich rauf ackern und mich am laufenden Band von jüngeren und fitteren Radlern überholen lassen. Und von Touristen in ihren Leihwagen. Seit diesem Jahr hab ich eine neue Lieblingsstrecke, nachdem diese neu asphaltiert wurde. Vorher war sie nahezu unbefahrbar. Ich nenne sie Rund um Calicant.

Calicant

Calicant

Von Sant Llorenc geht’s erst mal nach Westen auf einer relativ unbefahrenen Straße. Nach einer schneidigen Schussstrecke biegt “mein” Sträßchen direkt am Ende rechts ab, da muss man also richtig in die Eisen gehen. Und dann schwingt sich dieses feine schmale Sträßchen rauf und runter, eine Kurve nach der anderen, abwechslungsreich – ein Genuss. Eine wirklich fiese Steigung bringt mich fast an meine Grenzen, die dürfte keine 50 Meter länger sein. Anschließend gibt’s eine Pause, immer an der gleichen Stelle, weil der Blick dort so schön ist. Zurück geht’s dann in der Regel nur noch bergab, viel zu schnell bzw. steil Richtung Son Servera. Ich meide halt konsequent die Schnellstraßen. Den Verkehr mag ich nicht. Eine weitere sehr schöne Tour ist die Strecke rauf nach Son Macia. Über Porto Cristo geht’s in Richtung Süden, um dann nach etwa 10 Kilometern rechts abzubiegen. Wieder ein lauschiges Sträßchen mit kaum Verkehr, allerdings wieder mit giftigen Steigungen. Am Ortseingang bei der Autowerkstatt geht’s rechts ab, noch ein bisschen bergauf. Oben dann rechts halten und bald ein Päuschen einlegen und den Blick genießen. Zurückfahren kann man fast die gleiche Strecke bis auf das Stück Schnellstraße, auf dem aber relativ wenig Verkehr ist.

Sant Llorenc

Petra

Cafè con leche in Petra ist ebenfalls immer ein sehr beliebtes Ziel für mich bzw. uns. Ich treffe mich nämlich jedes Jahr mit einem sehr guten Freund und Ironman. Bis Manacor gibt es die vergleichsweise ruhige Strecke über Son Carrio und Son Negre. Dann muss man von Ost nach West auf der Hauptstraße, um schließlich links abzubiegen bei einem kleinen Schild Son Fangos. Das ist ein ganz schmales Sträßchen, wo zwei Autos kaum aneinander vorbei kommen. Plattes Land, kaum Steigungen. Es mündet auf die Straße von Felanitx nach Petra, also rechts abbiegen. Jetzt kommt ein ganz feines Stück Straße, die sanft schwingt, in gutem Zustand und mit schönem Blick. Und mit wenig Verkehr, ganz wichtig. Man quert dann die “Autobahn” Palma-Manacor und erreicht nach drei Kilometern Petra. Dort treffen sich mittags die Radler, und ab Ende Februar ist der kleine Marktplatz brechend voll mit Gleichgesinnten. Gestärkt mit dem Cafè con leche geht’s dann meist wieder auf der selben Strecke zurück, weil die einfach wunderschön ist. Über die Schnellstraße Inca-Manacor geht’s natürlich schneller, macht aber viel weniger Spaß.

Son Negre

Son Negre

Wenns mal etwas länger sein soll, dann fahren wir gern die eben beschriebene Strecke, um nach der Son Fangos Strecke links nach Villafranca abzubiegen. Es gibt eine Unterführung unter der oben erwähnten “Autobahn”. Villafranca streifen wir nur, um über einen Schleichweg an Es Calderers, einem beliebten Touristenziel, vorbei nach San Joan und weiter nach Petra zu schnüren. Dort haben wir uns dann die Cafè-Pause verdient. An sich bin ich gar kein Kaffeetrinker, aber hier genieße ich ihn sehr. Mit dem Drumherum und den Orangenscheiben, die einem dazu gereicht werden. Zurück geht’s dann auf der für mich perfekten Petra-Felanitx Strecke und den Son-Fangos Schleichweg nach Manacor. Schön, dass es das Sträßchen über Son Negre und Son Carrio zurück gibt, denn die Alternative, die Schnellstraße nach Porto Cristo ist für mich die Höchststrafe. Schnellstraßen fahre ich nur, wenn es gar nicht anders geht, wenn wir z.B. zum Markt nach Sineu schnüren. Dann bleibt uns nix anderes übrig, als die viel befahrene Straße von Manacor nach Inca zu nehmen. Wir biegen aber noch vor Petra an einer Kuppe links ab, um ein kleines Sträßchen bis Petra zu nehmen. Nicht schneller, aber viel schöner, als die Schnellstraße. So verkürzen wir den Schnellstraßenanteil auf fünf Kilometer. Man merkt, ich bin ein reiner Genussradler.

Auf den Fotos ist noch ein alter Seriensattel zu sehen.